Infos & Tipps

Auch wenn man mit dem Material Ton "einfach loslegen" kann und erste Stücke schnell gelingen, lohnt es sich, etwas Theorie zu schnuppern.

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Ausstattung

Zur Grundausstattung einer kleinen Keramikwerkstatt gehören neben einem möglichst großen Arbeitsplatz auch ein Brennofen mit Zubehör, Werkzeuge, Ton, Engoben und Glasuren.

Brennofen

Zum Brennen wird ein Keramikofen benötigt, der einen Temperaturbereich von 800 bis 1300 Grad abdecken sollte. Wenn kein eigener Brennofen zur Verfügung steht, kann man oft auch seine Werke in nahegelegenen Keramikwerkstätten oder Keramikläden brennen lassen.

Schneidedraht

Der Schneiddraht ist ein dünner Draht, der zwischen zwei Holzgriffen oder Ringen befestigt ist. Mit ihm werden Tonstücke von einem großen Tonklumpen abgeschnitten.

Modellierstäbe

Beim Glätten, Pressen oder Einritzen von Mustern helfen Modellierstäbe. Es gibt Modellierstäbe aus Holz oder Plastik in verschiedensten Formen: dick und dünn, schmal und breit, glatt, gebogen, gezahnt und vieles mehr. Ich persönliche ziehe die Holzstäbe vor, da sie nicht so leicht am Ton kleben bleiben. Es empfiehlt sich, sich einige Stäbe mit unterschiedlichen Formen bereitzustellen. Auch Zahnstocher oder Gabeln eignen sich gut zum Einritzen von Mustern.

Modellierschlingen

Zum Aushöhlen von Formen benutzt man Modellierschlingen. Es gibt sie in unterschiedlichen Formen und Größen. Auch hier ist es sinnvoll, eine gewisse Auswahl zu haben.

Tonroller

Mit dem Tonroller lassen sich Tonplatten ausrollen. Als Tonroller eignen sich auch stabile Teigroller aus Holz.

Weitere Werkzeuge

Holzlineal, Holzlatten, Modellierschienen, Ausstechformen, Stempel, Messer, Pinsel, Becher, Schwämme, Gipsformen ...

Schrühbrand

Um Ton haltbar zu machen, muss er gebrannt werden. Dabei verdichtet sich der Scherben, schwindet also nochmals und wird hart. Noch ist er aber porös, also nicht dicht. Damit der Scherben ohne Glasur dicht wird, muss er nochmals mit einer höheren Temperatur gebrannt werden. Man spricht dann davon, dass der Scherben gesintert ist. Die Poren sind geschlossen.

Engobe

Engobe ist breiartiger Tonschlicker, also mit Wasser verdünnter Ton, der eingefärbt wurde. Auf rohem, lederharten Ton (vor dem Schrühbrand, der Ton ist schon fest, aber noch nicht völlig getrocknet) kann mit Engobe gemalt werden. Engobe eignet sich zum Zeichnen feiner Muster ebenso wie zum großflächigen Einfärben eines Stückes.

Glasuren

Glasuren versiegeln die Oberfläche durch einen glasartigen Überzug. Das Spektrum der Glasuren ist sehr vielfältig. Es gibt die unterschiedlichsten Farben. Glasuen können matt oder glänzend sein, transparent oder deckend. Das Aussehen der Glasuren hängt von den Rohstoffen ab, aus denen sie zusammengesetzt sind. Das Zusammenstellen von Glasuren ist eine komplizierte Angelegenheit und eher etwas für Profis und sehr ambitionierte Hobbykeramiker. Der Fachhandel hält ein umfangreiches Sortiment an fertigen Glasuren verschie-dener Hersteller bereit. Es gibt Pulverglasuren, die noch mit Wasser angemacht werden müssen, um Glasurschlicker zum Auftragen herzustellen, und es gibt auch fertig herstellte Flüssigglasuren.

Die aufgetragene Glasur wird auf bereits gebrannte Keramik (nach dem Schrühbrand) in einem zweiten Brand, dem Glasurbrand, aufgeschmolzen. Der Glasurschlicker kann dabei auf verschiedene Arten auf den Scherben aufgebracht werden, zum Beispiel durch Übergießen, Streichen oder Spritzen.

Glasurbrand

Im Brennofen wird der aufgetragene Glasurbrei mit steigender Temperatur erst zähflüssig, dann flüssig. Die Glasur schmilzt. Nach dem Brennvorgang sinkt die Temperatur wieder. Dabei erstarrt die Glasur und verbindet sich fest mit dem Scherben. Deshalb ist beim Einräumen des Brennofens darauf zu achten, dass sich auf dem Boden eines Stückes kein Glasurschlicker befindet. Gegebenenfalls muss dieser abgewischt werden. Außerdem dürfen sich die Stücke im Ofen nicht berühren. Sie würden sonst beim Erstarren der Glasur miteinander verbunden werden.